Bundeskanzlerin forciert gefährliche Pflege!zurück

Die jüngsten Äußerungen der Bundeskanzlerin, dass Hartz IV-Empfänger den Fachkräftemängel in der Pflege kompensieren könnten, sind ein weiterer Beleg für mangelnde Wahrnehmung der wirklichen Probleme in der Pflege durch die Bundesregierung.

Sicherlich könnten mit einem Teil von Hartz IV Empfängern Qualifizierungsmaßnahmen für den Pflegeberuf  durchgeführt werden.

Welche Vorstellung existiert von der Notwendigkeit und Herausforderung fachlich pflegerischer Versorgung von Millionen kranken, pflegebedürftigen und behinderten Bürgern in dieser Republik?

Was in der Pflege für die aktuelle und perspektivische Qualität gebraucht wird, sind nicht nur Hände, sondern qualifizierte Köpfe. Schon jetzt liegt in den Pflegeeinrichtungen die Fachkraftquote wegen fehlendem Nachwuchs weit unter 50 %.

Bedenkenswert ist, dass die Bundeskanzlerin Ihre Rezeptur vor der von ihr avisierten Erkundungsreise durch das deutsche Gesundheitswesen vermittelt.

Für diese Bildungsreise wären unangemeldete Besuche, vergleichbar dem MDK, zur wirklichen Wahrnehmung der Belastung von Pflegefachkräften und der Situation Pflegebedürftiger, statt über den roten Teppich, zu empfehlen.

Der Ärztemangel wird von der Politik ja auch verstanden und nicht empfohlen, dass nur jede zweite Stelle von einem Arzt und nicht von Hartz IV Empfängern besetzt wird.

Positiv an der Meldung ist, dass das Thema Pflege bei Frau Merkel angekommen ist. Nach Kernkraftdebatte hoffentlich jetzt bald ein Thema der nächsten nächtlichen Koalitionsrunde im Kanzleramt.

Neuwied, 06. September 2010

Rolf Höfert